2.07.2013

Rückblick: 2.09.2012 – Auf nach Las Vegas – Etappe 2: von Bishop nach Las Vegas, yeeeahhhh

„Es ist ein heißer Tag am Rand von Death Valley. Wir kämpfen uns durch kantiges schwarzes Vulkangestein. Dahinter ist plötzlich Wüste. Staubiger Sand und Kakteen überall, ein Sandwirbel passiert unseren Weg.“

Klingt wie aus einem Hollywood-Streifen, hm? Ist aber einfach nur die Beschreibung unserer Fahrt in meinem Reisetagebuch. 😉 Man könnte es auch so beschreiben: Nachdem wir uns durch die Piper Mountain Wilderness Area gekämpft hatten, gab es (laut Google Earth) nichts weiter als unbekannte Wüste…

vegas

Jap, ok, aber bevor wir zur Wüste, den Felsen, den Kakteen und dem Wirbelsturm kommen, fangen wir am besten von vorne an:

Death Valley (1)

Wir haben die letzte Nacht hier in Bishop verbracht. Bishop, ein kleines Örtchen, das auf halben Weg zwischen San Francisco und Las Vegas liegt. Nachdem wir heute Nacht auf unserem Campingplatz tiiiiierisch gefroren und kurz nach Sonnenaufgang schon wieder eeeeextrem aufgeheizt waren und schwitzten, gings los – Vegas here we come!

Die heutige Fahrt war mehrere Stunden lang und führte zunächst durch ein Wüstengebirge…

Death Valley (2)

Die Straße, der wir nun für längere Zeit folgen werden, ging mal steil bergauf oder krass bergab. Auch die Kurven hier waren echt scharf…

Death Valley (3)

… und manchmal war die Straße ganz plötzlich so eng, dass wir hofften, dass uns jetzt bitte KEIN Truck entgegenkommt… einmal hatten wir und ein Truck uns nur knapp verpasst… hinter der Kurve wurde die Straße ganz plötzlich wieder zweispurig und da kam auch prompt ein dicker Brummi, der ganz eindeutig sagte: PLATZ, ich bin fett und will an euch vorbei… puh, Glück gehabt…

Death Valley (4)

Nach der recht hellen Gegend kamen wir in die dunkle Area des Gebirges. Die Felsen hier sahen klasse aus: schwarze, scharf kantige Wände, durch die sich die Straße schlängelte… manchmal sah man die Straße gar nicht mehr, so steil führte sie plötzlich bergab…

Death Valley (5)

… nach einigen dunklen Felswänden waren wir plötzlich wieder von hellen Brauntönen umgeben… bei Google Earth ist das gut zu sehen, hell dunkel hell… und nichts drum herum 😉 Die nächste Stadt? Meeeeeeilen entfernt…

Bishop-to-Vegas

… so wie die Straße mal steil bergauf oder krass bergab ging, änderten sich die Farben der Umgebung und damit die ganze Atmosphäre ständig – das war vielleicht ein Hin und Her 😉 Da tat es natürlich sehr gut, eine kurze Pause einzulegen und sich die Umgebung ausgiebig anzusehen…

Death Valley (6)

Hier noch einmal eindrucksvoll die Stimmungen der Fahrt: Schönes leuchtendes helles Braun…

Death Valley (7)

… kantiges, beängstigendes Dunkel… und nein, hier seht ihr keinen Fehler im Bild! Die Straße hört wirklich einfach auf… bzw. geht so steil bergab, dass man schnell nochmal den Anschnallgut kontrolliert… und aaaaaaaaaaaaab geht die Sause 😉

Death Valley (8)

huuuuiiiii – hier waren wir definitiv erleichtert, dass wir eine PS-starke Limo hatten und uns nicht in einem grackeligen City Car die Höhen hinauf quälen mussten… für unseren australischen Kakadu wäre das in jedem Fall eine Zerreißprobe gewesen… extrem heiß und bergig tsts 😉

Death Valley (10)

Und wieder eine Pause: Hier draußen hielt man es aber nicht lange aus. Die Luft war sehr trocken und heeeeiß und es wehte kein Lüftchen… Lächeln geht aber noch 😉

Death Valley (9)

… und tänzeln auch… oder was auch immer ich hier gerade mache. Übrigens fiel uns erst im Nachhinein beim Betrachten des Bildes auf, dass hier im Hintergrund ein Bushaltestellen-Schild steht… so sieht es jedenfalls aus.. hm?!

Death Valley (14)

Und weiter ging die Fahrt… wir schleppten uns durch die Piper Mountain Wilderness Area, die nicht enden wollte…

Death Valley (11)

– ein Salzsee in der Ferne:

Death Valley (12)

Und dann wieder steinige, dunkle Landschaft. Diesmal mischten sich aber Büsche ins Bild und wir sahen ein wenig grün… das letzte Grün für längere Zeit… ich glaube, nachdem wir den Grünstreifen verlassen hatten, waren wir in Nevada angekommen…

Death Valley (15)

… denn nachdem wir die Gebirgskette passiert hatten, sah man… Wüste!

Meli (30)

Nun waren wir endgültig auf dem „Wüsten-Highway“ – eine dunkle Asphaltmasse, die durch die staubige Gegend wandert.

Death Valley (17)

Und dann da! Da stand der Uluru? Oder waren wir schon zu lange in heißem Gebiet unterwegs, dass wir wieder mal einer Fata Morgana begegnen?! (Ihr erinnert euch ja vielleicht an unser australisches Outback-Emu, was in Wirklichkeit ein dicker Strauch mit abstehendem Zweig war?! 😉 )

Death Valley (18)

Hier stand aber tatsächlich ein Felsen im Nirgendwo und der hatte große Ähnlichkeit zum Uluru 🙂 Welchen Berg wir da tatsächlich sahen? hm, Google sagt… ok, hm, wenn man die Route von Bishop nach Vegas abfragt, dann findet man nicht wirklich viel, was es hier zu benennen gibt 😉 Also nennen wir es den kleinen Bruder von Uluru… irgendwo nahe der Grenze zwischen California und Nevada… 😉

Death Valley (16)

Wir hielten an und stiegen wieder aus dem Auto: Wir spürten die trockene Wüstenluft… es war totenstill, mittlerweile wehte ein bisschen Wind… ich wartete auf den kleinen Heuballen, der jeden Moment an meinen imaginären Cowboy-Stiefeln mit dem Zackenrädchen am Hacken vorbeiwirbelte 😉 Statt des Autos müsste hier im Bild dann natürlich mein Pferd stehen 😉

Death Valley (23)

Kati begann natürlich sofort, die Umgebung mit der Cam festzuhalten…

Death Valley (19)

Ich glaube, das hier ist das Bild, was Kati da gerade geschossen hat…

Death Valley (22)

… es könnte aber auch das hier gewesen sein… hm ich bin nicht mehr sicher, welches es war, denn…

Death Valley (25)

… hier standen überall Kakteen und Kati fotografierte hunderte davon, hihi. Die nennen sich übrigens Joshua Trees 😉

Death Valley (24)

Die vielen Kakteen, die staubige Umgebung, die Stille und die Weite… das wirkte irgendwie so real surreal…

Death Valley (26)

Und was ganz verrückt war: Die tolle Natur schien uns total vertraut… vielleicht aus Australien? Oder aber, weil wir Gegenden wie diese aus so vielen Hollywood-Filmen kennen 😉

Death Valley (21)

Wir stapften eine Weile durch den trockenen Sand und knipsten hier und dort.

Death Valley (27)

Dann trieb uns der Durst zurück ins Auto *ächz* … und hmmmmmm, eine Klimaanlage, die die Haut kühlte, war schon was Tolles 😉

Death Valley (20)

Weiter ging die Fahrt, immer weiter weg vom Gebirge, immer weiter ins flache, weite Land.

Death Valley (28)

Auf unserer Fahrt sahen wir manchmal kleine Sandwirbel über den trockenen Sandboden wirbeln. Das war faszinierend… und ab und zu sahen wir auch ziemlich riesige Wirbel… und einer dieser Sandstürmchen zog vor uns direkt auf die Straße zu… der sah schon ziemlich riesig aus, obwohl er noch so wahnsinnig weit weg war…(hier mal aus nem Video rangezoomt 😉 )

wirbel

… hm, was machen wir denn jetzt? Wir waren unsicher, ob wir anhalten und abwarten sollten, wohin der Sand-Wirbel zieht, oder ob wir einfach weiterfahren sollten… wie gefährlich ist das Ding? hm… ich habe keine Ahnung, wofür wir uns entschieden hätten, wenn nicht zufällig in genau diesem Moment ein Auto an uns vorbei gefahren und auch direkt mit Vollgas drauf zu gefahren wäre (sowas aber auch, man sieht stundenlang kein einziges Auto, aber genau hier überholt uns eines 😉 )… „ok, wenn der da vorne weiter fährt, machen wir das auch“… und wie es der Zufall wollte: Wir und der Wirbel trafen uns! Das war ein kurzer Adrenalinmoment, sag ich euch! Wir spürten, wie das Auto zur Seite gedrückt wurde und dann ein bisschen hin und her wackelte… außer einer noch etwas beunruhigen Erschütterung merkten wir sonst aber nichts weiter… ab diesem Moment war jedoch klar: Einem wirklich großen Wirbel – oder nennen wir es gar Tornado –  möchten wir definitiv nie begegnen!

Ansonsten war die Fahrt wieder ruhig… wir fuhren und fuhren und fuhren und sahen plötzlich einen Esel neben der Straße stehen…

Death Valley (29)

… und dann noch einen… eine Eselmama mit Kind, voll süß 🙂

Death Valley (31)

Die mussten natürlich auch fotografisch festgehalten werden, auch, wenn sich jeder Stop und jedes Aussteigen in die unglaubliche Hitze doch sehr anstrengend anfühlte. Während wir uns mit den Eseln beschäftigten, hielt ein weiteres Auto und eine Frau stieg aus. Sie hatte Futter für die Esel dabei und meinte, dass die Esel öfter hier vorbei kommen, weil sie wissen, dass es manchmal Futter gibt 🙂 Sie hatte den Wildeseln auch Namen gegeben, die haben wir aber leider sofort wieder vergessen, öhöm. Achja, man sollte vielleicht erwähnen, dass die Esel nicht miiiitten in der Wüste standen und die Frau auch nicht stundenlang fuhr, um Futter vorbei zu bringen. Nein, die Esel standen direkt am Rand eines kleinen Ortes namens Beatty… das es hier Zivilisation gibt?! pfff, das war jedenfalls die einzige Stadt, die wir auf unserem Weg nach Vegas sahen 😉

Death Valley (30)

Und während wir mit der Frau ein bisschen plauschten, kam auch noch Daddy Esel angetrottet… nun war die wilde Eselfamilie komplett 🙂

Death Valley (32)

In Beatty legten wir zunächst noch einen kurzen Tankstellen-Stop ein… Beatty war ein sehr merkwüriger Ort… ein Wüstendorf mit immerhin 1000 Einwohnern, die man aber überhaupt nicht sah… das einzige, was man hier sah, waren ziemlich herunter gekommene Hütten, viele kaputte oder zurückgelassene Häuschen… über der Tür unserer Tankstelle hing ein klappriges Schild, das im Rhythmus des Winds quietschte… ich wartete auf den Mann mit der Pistole und dem Typen mit dem Sheriff-Stern, der ihm gegenüber stand… und sie blickten sich tief in die Augen… öhöm 😉 jap, aber hier wirkte alles sehr wild und verlassen… da fühlte man sich nicht sehr wohl oder sicher… und auch die Hitze hier war soooo unerträglich, dabei waren es gerade mal 39°C Außentemperatur… hm, ok 39°C mit Fahrtwind 😉

Schnell ging es also weiter… ca. 2 Autofahrstunden lagen noch vor unserem Vegas-Ziel… schnell ist übrigens sehr passend für die Beschreibng dieser Gegend: Beatty ist nämlich ein bevorzugter Logierplatz für Testingenieure großer deutscher Automobilfirmen, die im angrenzenden Death-Valley-Nationalpark mit sogenannten „Erlkönigen“ in Dauerbelastungsfahrten ihre Fahrzeug-Prototypen testen. Wir testeten und belasteten also auch unseren Cali und heizten den Highway entlang… vorbei an merkwürdig gefärbten Hügeln…

Death Valley (33)

… und vorbei an einem Hochsicherheitsgefängnis… so mitten im Nirgendwo… also hier will man bestimmt nicht eingesperrt sein: mitten in der Wüste bei dieser Trockenheit und Hitze…

Das High Desert State Prison wurde 2000 eröffnet und ist eines der größten Gefängnisse (Platz für über 4.000 Häftlinge) und gilt als das sicherste Gefängnis von Nevada – kein Wunder, denn wer hier ausbricht, müsste sich dann ja erst einmal hunderte Kilometer durch die heiße Wüstengegend schleppen 😉

Hier sitzt übrigens auch Football-Spieler und Schauspieler O. J. Simpson. Er wurde 2008 zu 33 Jahren Haft verurteilt, weil er für zahlreiche Straftaten zur Verantwortung gezogen werden konnte, darunter mehrere Entführungen und bewaffnete Raubüberfälle mit wilden Verfolgungsjagden… da muss ich gleich wieder an LA denken, hihi.

Death Valley (39)

… am Highway-Rand standen jedenfalls überall Warnschilder, dass man hier auf keinen Fall Anhalter mitnehmen soll! Wir waren etwas unsicher, ob sich die Schilder nur auf das Gefängnis und seine eventuellen Flüchtlinge bezog, oder auf die „gefährliche“ und berüchtigte Area 51, huuuuu 😉 Denn direkt hinter diesen Felsen…

Death Valley (35)

… sollte sich das Alien-Versuchs-Land-What ever-Gebiet befinden. Man brauchte hier nicht viel Vorstellungkraft, um an Area 51 und die dazugehörigen Alien-Geschichten zu glauben. Hier, so mitten im Nichts, überall der staubige Sand, und dann ragte da plötzlich diese Felswand empor, die etwas dahinter zu verbergen schien… huuuuu. Die Felswand wirkte auch irgendwie plastisch… wie eine große Leinwand, die hier aufgestellt wurde… findet ihr nicht auch?! Und die Gegend sah etwas Mond-artig aus… was ja zu den Verschwörungstheorien passt: Es heißt, die erste Mondlandung der Apollo 11 mit Neil Armstrong hat nie stattgefunden, sondern wurde HIER gefilmt… aha… 😉 Es gibt ja so einige mysteriöse Stories über Area 51… und irgendwie passte auch dieser militärische Flughafen ganz in der Nähe dazu… 😉

Death Valley (36)

Und dann wurde es wirklich gruselig. Nachdem wir also ein Gefängnis und einen Militär-Airport passiert hatten und nahe an Area 51 waren, kamen wir an einem Ort bzw. an Ruinen vorbei, die einen Ort darstellen sollten. Aber irgendwie schien es, als würde hier nichts lebendig herauskommen… eine von Aliens leergefegte oder leer-gebeamte Ortschaft… gruuuuselig, oder?! 😉

Death Valley (37)

Da wirkte diese Tankstelle, nicht weit von der Ruinen-Stadt, seeehr erleichternd… und witzig 🙂

Death Valley (34)

Hihi, die Amis spinnen manchmal… genauso wie die Aussies… und wir sind mittendrin. Die Tankstelle erinnert total an unsere Alien-Tankstellen-Landegebiet-Erfahrung im australischen Outback, als wir auf den Weg zu den Devil’s Marbles waren… da war ja auch so einiges los in der Wüstenhitze… Erinnert ihr euch?

Alien-Tankstelle Wycliffe Well

Ich glaube, so langsam stieg uns die Hitze richtig in den Kopf 😉 Während wir nun Las Vegas immer näher kamen, stellten wir die Klimaanlage im Auto auf Heizung um. Wir wollten beim Aussteigen nicht zu krass von einem plötzlichen Hitzeschock erschlagen werden… oder wie man dazu sagt 😉 Wir behielten die Temperaturanzeige immer im Auge und waren erstaunt, wie sie immer weiter stieg – drinnen und draußen. Mittlwerweile hatten wir draußen, bei Fahrtwind 46°C… und drinnen fast 30°C… pfff. Es war heiß und ermüdend im Auto, der Temperaturunterschied zu draußen aber noch so groß… und der Highway wollte nicht enden…

Death Valley (38)

… so sah es jedenfalls aus. ABER wir waren nur noch 1 1/2 Std von Las Vegas entfernt, yeeeahhh. Nach unserer langen Wüsten- und Hitzeerzählung brauchen wir nun aber erst einmal eine Verschnaufpause… also berichten wir erst das nächste Mal über Vegas – den heißen Föhn im Gesicht, die schwülen Nächte, die Sünden und Laster, das Glitzer und Bling Bling… Vegas eben 😉

Also liebe Grüße an alle, die mit uns reisen und gespannt auf weitere Berichte warten 🙂

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