19.05.2014

Rückblick: 17.09.2012 – I – Statue of Liberty in New York oder: Grimmige Frauen in New York

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Endlich sind wir wieder online!!! Ihr merkt schon, wir sind ein wenig reisemüde geworden. Immerhin steht das Ende (vorerst) unserer langen Reise kurz bevor und irgendwie ist die Motivation, die vielen Dinge noch zu erleben, die man erleben sollte, etwas mau. Und irgendwie hat uns New York in den ersten Tagen auch erschlagen. Vielleicht gerade deshalb, weil wir wussten: Erlebe jetzt noch ganz viel, erlebe alles, was jetzt noch zu erleben ist, denn bald ist deine Reise zu Ende und dann … ja dann??

Wir konnten es irgendwie kaum erwarten, gemütlich auf der Couch bei Freunden zu sitzen und einfach … ja, gemütlich zu sein, oh, und vorher eine schöne erfrischende und saubere Dusche zu nehmen. (Ja, das wird ein rauschendes Erlebnis nach unserer Rückkehr werden!) Denn wer hätte gedacht, dass wir uns nach einer Dusche in unserem New Yorker Hostel noch viel schmutziger fühlen als vorher? Die Duschen und Bäder waren aber auch unreinlich, unvorstellbar! Trotz alledem, wir hatten in New York ja noch Einiges zu erleben. Und wir wären nicht wir, wenn nicht doch vieles immer anders kommen würde, als wir es gedacht hätten, und wenn uns nicht immer wieder Komisches, Unmögliches, Unfassbares oder einfach nur Dämliches passieren würde 😉 So auch heute, an unserem quasi letzten Tag der Reise…

Der Wecker klingelte – sau früh! Aber das musste heute mal sein, denn wir wollten heute ja eeendlich die Freiheitsstatue sehen! In den letzten 2 Tagen standen wir doch glatt immer vor verschlossenen Ticket-Shops, leeren Fähre-Docks oder anderen Problemchen, weshalb uns die Überfahrt zur Statue verwehrt blieb. Heute hatten wir aber eine neue Taktik, eine durchdachte Taktik: Wir stehen ganz früh auf, frühstücken unterwegs im Fahrstuhl unseres Hochhaus-Hostels und rasen dann via Underground-Bahn direkt zum Battery Park, wo die Fähren abfahren. Gesagt getan.

Und weil wir in den letzten Tagen hier in New York unglaublich viel unterwegs und nur für kurze Zeit zum Schlafen im Hostel waren, sah das Zimmer genau so aus, wie unsere Erlebnis-Tage in New York: Lebhaft, chaotisch, viiiieles durcheinander, aber nichts sinnlos 🙂

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Ok, und da ihr nun unsere postmodern expressionistische Schreibtisch-Installation studiert habt, geht’s nun endlich auf in einen neuen Tag in New York. Nachdem wir uns ein Ticket für die U- oder S-Bahn gekauft und uns durch die merkwürdige Absperr-Gitter-Konstruktionen, die zum Bahngleis führten, gewurstet hatten, ging es recht schnell zur Spitze Manhattens. Hier schnellten wir zum nächsten Ticket-Shop und dann konnten wir es kaum glauben: Wir bekamen tatsächlich 2 Tickets für die Überfahrt zur Freiheitsstatue, jippie 🙂

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Mit unseren Tickets bewaffnet (das Wort bekommt gleich eine ganze eigene Bedeutung) liefen wir zur Anlegestelle der Fähren. Hier traf uns der Schlag. Es war noch früh, aber die TouristenMASSEN stapelten und schlängelten sich bereits vor der Sicherheitskontrolle zu den Fähren. Was soll’s, da müsssen wir wohl durch – also reihten wir uns ein … und warteten … und warteten … und warteten.

Naja, was hatten wir denn auch erwartet – hier in New York war doch vor jedem großen Sightseeing-Point eine riesige Touri-Schlange. Und so, wie auch gestern vor dem Empire State Building, mussten wir auch hier wieder Sicherheitskontrollen über uns ergehen lassen; so, als wären wir schwer bewaffnete Gangster oder noch schlimmer: Touristen! Denn die drängelten und schubsten sich gegenseitig durch die Gegend als würde bald die Welt untergehen. Hey, unsere Reise endet bald, aber die Welt dreht sich doch trotzdem weiter! Naja. Nach laaaaanger Wartezeit waren wir endlich durch die Sicherheitskontrolle durch und wurden in ein großes Zelt geschleust. Hier kommt man nun auf die Fähre … dachten wir. Aber denkste. Hier kommt man nur in eine weitere Sicherheitskontrolle. Wir wurden durch einige Pieper geschoben, mehrmals abgetatstet, unsere Taschen fuhren ganze Reisetouren auf den Laufbändern des Sicherheits-Checks und durch Scanner … und iiiirgendwann hatten wir es doch tatsächlich geschafft. Wir durften uns jetzt in eine Warteschlange einreihen, die auf die nächste Fähre wartete – unsere erste Warteschlange war nämlich nicht die zur Fähre, sondern die zur Sicherheitskontrolle vor der Fähre, uff.

Als die Fähre dann endlich kam, waren die anderen Touris wie gewohnt noch miesepetriger und schubsten und drängelten weiter. Jeder wollte als erstes die Fähre betreten. Nur Kati und ich nicht, denn der Wellengang da draußen sah schon wieder überhaupt nicht einladend aus und unsere Erinnerungen an den Pazifischen Ozean und an die Tasmansiche See waren sofort wieder da 😉

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Aber nach den vielen Sicherheits-Checks waren wir viel zu kaputt, um lange in stürmischen Wellen-Erinnerungen aus Australien zu schwelgen. Schwupps, waren wir auf dem Schaukelboot in Richtung Liberty Island, wo die Freiheitsstatue steht.

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Wir hatten beide einen Fensterplatz unten im Boot ergattert – jede auf einer Seite der Fähre 🙂 Und wie ihr sehen könnt, quetschten sich die Massen glücklicherweise nicht hier bei uns, sondern oben auf dem Sonnendeck.

Und während wir hier unten saßen, hatten wir festgestellt, dass die Insel, zu der wir fuhren, gar nicht Staten Island war, sondern Liberty Island hieß! Irgendie hatten wir immer gedacht, wir fahren rüber nach Staten Island … das war aber die Fähre am Dock nebenan 😉

Dann ging die Fahrt los – die Wellen waren in Ordnung, auch wenn wir beide ein mulmiges Gefühl hatten. Es dauerte knapp 10 Minuten und dann sahen wir sie zum ersten Mal aus der Nähe:

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Darf ich vorstellen: Statue of Liberty!

Der Blick zurück war ebenso faszinierend.

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Hier bot sich nämlich ein ganz neuer Blick auf die Skyline von Manhattan 🙂 Und nachdem die Fähre dann auch noch eine Kurve fuhr, hatten wir einen tollen Blick auf die Freiheitsstatue mit der Manhattan-Skyline 🙂IMG_3862

Die Bilder sind etwas wackelig geworden, kein Wunder, wir waren ja auf einem Boot 😉IMG_3865

Nachdem die Fähre auf Liberty Island angelegt hatte, schubsten sich die Menschen wieder gegenseitig von Bord. Wir warteten einfach ab, bis der große Schwung Menschen weg war und verließen dann das Boot (ja, wir sind freiwillig länger auf dem Wellen-Wasser geblieben 😉 ). Auf der Insel wehte ein stärkerer Wind, wir waren ganz hibbelig. IMG_3867

Und dann standen wir endlich davor. Oder darunter, wenn man so will 🙂 Ich war etwas überrascht, wie klein Lady Liberty doch war, obwohl sie zu einer der höchsten Statuen der Welt zählt. Irgendwie hatte ich auch dieses Wahrzeichen größer erwartet – zumindest von Bildern her. Das liegt wohl aber daran, dass man die Statue nie mit Dingen zusammen fotografieren kann. Da oben neben der Statue ist ja nichts für den Größenvergleich … nur der Himmel …

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also posieren wir mal davor und dann haben wir einen Vergleich 🙂

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Die Statue steht auf einem sternförmigen Sockel auf einer wirklich kleinen Insel, die schnell zu Fuß umrundet ist …

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… auf der einen Seite steht die Statue, auf der anderen Seite sieht man auf Manhatan und auf der gegenüber liegenden Seite ist das Anlegedock der Fähre.

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Rund herum sieht man Wasser, braunes Wasser, Steine und viele viele Möwen. Ja, die Möwen fühlen sich hier wohl …

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… schließlich gibt es hier sooo viele Touris, die alle irgendwas essen, irgendwas Krümeliges fallen lassen und in jedem Fall ein Festmahl für die Möwen hinterlassen 😉

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Zwar war die Freiheitstatue kleiner als gedacht, aber sie hatte auch ein paar Überraschungen für uns:

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In „echt“ guckt sie nämlich viel grimmiger als gedacht! und die Statue ist nicht, wie ich immer dachte, aus einem Guss, sondern sie besteht vielmehr aus vielen Metall-Puzzle-Teilen, die zusammengesetzt wurden. Auf den Fotos sieht man das Risse-Muster oder eben die Puzzleteil-Struktur nie, aber das sah doch etwas ungewohnt aus.

Unten am Sockel der Statue befand sich eine Infotafel: Die Statue of Liberty war ein französisches Geschenk mit mehreren Friedenssymbolen: Eine zebrochene Fußkette, die Fackel, die Krone, das Buch etc …

Wir hatten uns ziemlich schnell an der Statue satt gesehen … ja, ein weltbekanntes Sightseeing-Objekt, aber hm, auch irgendwie nur eine Metallfrau, die grimmig guckt (das soll jetzt aber nicht abwertend gemeint sein)  😉

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Also spazierten wir ein bisschen auf Liberty Island umher und bewunderten die Skyline …DSC04917

… genossen die Sonne (auch wenn der Wind hier drüben ziemlich frisch war) …DSC04918

… und guckten wieder auf die Skyline …DSC04919

Auf diesem Bild (oben) sticht einer der neuen Freedom Tower gut hervor. Dieser Turm, als Denkmal an das World Trade Center, ragt hier ja schon über die gesamte Skyline, und er ist nicht einmal so hoch wie die Türme des World Trade Centers waren. Jetzt bekamen wir mal einen Eindruck, wie überragend bzw. riesig hoch die Türme damals gewesen sein müssen – Wahnsinn.

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Nachdem wir genug Fotos gemacht hatten, liefen wir zum Mittelpunkt der Insel, wo eine Art Museum, eine Touri-Information und ein super teures Restaurant waren.

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So und nun wird’s verwirrend. Wir waren jedenfalls verwirrt, als wir plötzlich vor einem riesigen Motorrad in einem Glaskasten standen, gleich um die Ecke der Lady Liberty.

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Es dauerte eine ganze Weile bis wir herausfanden, was das hier war: Darf ich vorstellen: Das Liberty Bike!

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Wir hatten von diesem wohl ebenfalls weltberühmten Ding noch nie gehört, also wurschtelten wir uns durch die Infotafel: Aha, das Liberty Bike ist ein Geschenk der Orange County Choppers zu irgendeinem Geburtstag der Lady Liberty. Es wurde aus den Kupferresten gemacht, die von der letzten Restaurierung der Statue übrig geblieben waren. Jap, jetzt waren wir ein wenig schlauer 🙂

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Am Restaurant setzten wir uns dann noch ein bisschen an einen der Tische und schließlich gings zurück zur Fähre …

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Das Geschaukel auf dem Boot machte Kati schon ziemlich wirr 😉 Kein Wunder, dass sie gleich eine grimmige Frau anschreien wird …

Von der Freiheitsstatue aus sollte es jetzt wieder mit einem Touribus in das Herz von Manhattan gehen. Zunächst hieß es aber wieder: Warteschlange! An diesem späten Nachmittag wollten schon wieder tausende Touris mit den Sightseeing-Bussen mitfahren. Wir natürlich auch, also reihten wir uns ein. Der nächste Bus kam, Leute quetschten sich in den Bus, der Bus fuhr ab. Dann kam bald wieder ein Bus und ein paar Leute quetschten sich hinein. Dann sagte der Fahrer, der Bus sei voll. Wenn jemand den Bus aber nicht zum Stadt-Angucken, sondern nur als Mitfahrgelegenheit (ohne Fenster unten im Bus) nutzen will, dann kann man noch mit einsteigen. Der Fahrer wiederholte das nochmal und niemand bewegte sich. Also gingen wir nach vorne, denn anscheinend wollten die 6 Leute vor uns nicht so mitfahren. Als wir dann gerade einsteigen wollten, hielt uns die eine Touristin fest und begann plötzlich, Kati furchtbar anzubrüllen: Was soll das, Vordrängeln, unmöglich, bla bla und sie wurde immer böser. Dann machte ihr Mann auch noch mit und beide brüllten Kati an, die dann vor Wut platzte! Wir hatten uns ja hier in New York schon so hundert Dinge gefallen lassen, ständig wurden wir geschubst, angepöbelt, mussten warten … jetzt war die Geduld am Ende und Kati (ich war überrascht) schrie plötzlich der Frau zurück ins Gesicht, dass sie uns gefälligst in Ruhe lassen soll und dass sie ein schlechtes Benehmen hat und nicht einfach fremde Leute anschreien soll, und wenn sie zu blöd ist, um den Busfahrer zu verstehen … der hat mehrmals gefragt und sie hat sich nicht bewegt; also steigen wir jetzt ein, so!

Die Frau guckte verwirrt und wir stiegen in den Bus. Ich war immer noch überrascht. Dann merkten die Leute anscheinend, dass man doch mitfahren kann und stiegen ebenfalls mit ein. Tja und dann wurde die Stimmung … nicht besser.

Wir standen unten im Bus, ohne etwas zu sehen (für uns war das in Ordnung, wir waren die Strecke ja schon ein paar Mal gefahren und kannten die Sehenswürdigkeiten 😉 ) … ja hier standen wir … mit der bösen Frau und ihrem Mann. Und dann kriegten sich die beiden gar nicht mehr ein: Sie meckerten, versuchten andere anzustiften, uns auch blöd zu finden, und dann stellten sie fest, dass sie hier unten ja gar nichts sehen würden und fingen an sich FURCHTBAR darüber aufzuregen, dass sie hier ja gar nichts sehen. Ihr könnt euch bestimmt vorstellen, wie super gestresst wir waren, nachdem wir ein paar Stationen mit dem Bus gefahren und wie erleichtert wir waren, als wir endlich aussteigen konnten. Aaaahh, Luft zum Atmen 🙂 Doch, häh? Wo waren wir ausgestiegen? Hm, keine Ahnung, aber unser Ziel wussten wir: Grand Central Station. Mit der Stadtkarte in der Hand standen wir gerade iiiirgendwo in New York und machten uns nun zu Fuß auf den Weg …

Was wir heute noch erleben werden, was wir sehen werden und überhaupt, das erzählen wir euch nun aber erst in einer Woche. Garantiert versprochen!

Liebe Grüße 🙂

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