4.09.2013

Rückblick: 6.09.2012 – Wanderung am Grand Canyon – Luxusessen, Diebe und atemberaubende Natur

Es war eine wirklich furchtbar kalte Nacht in unserem Zelt. Und da unsere Schlaf-Matratze aus ungeklärter Ursache keine Luft mehr hatte, erwachten wir auf hartem Sandboden. Schwerfällig öffneten wir gegen 7 Uhr morgens den Reißverschluss des Zeltes und stapften zum Klohäuschen, das einige Gehminuten entfernt lag – natürlich immer mit der Cam bewaffnet, weil man ja nie weiß, wer oder was einem so über den Weg läuft, hüpft, stampft oder… huch und da huschte auch schon etwas ganz nah an mir vorbei. Es dauerte nicht lange und ich war putzmunter – denn der Anblick der vielen süßen Hörnchen, die schon eifrig durch die Gegend wuselten, war einfach zu süß 🙂

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Dieses Exemplar hier…

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… war etwas schüchtern und huschte schnell in sein Baumloch, von wo aus es mich nicht mehr aus den Augen ließ 😉 Sooo süß.

Zurück am Zelt sahen wir, wie idyllisch unser Campspot auf dem Mather Campground im Morgenlicht erschien…

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… und dann sahen wir unsere Campingnachbarn, mit denen wir gestern Abend lange geschnackt hatten, winken. Heute Morgen wurden wir zum Frühstück eingeladen 🙂 Ja, und was für ein Frühstück das war! Säfte, Frühstückseier, Leberwurst, Käse… was für ein Luxus! Ich hätte den Frühstückstisch am liebsten fotografiert, aber das wäre dann doch etwas merkwürdig gekommen, denke ich, hihi. Während wir schmausten und über unsere lange Reise schnackten, vergaßen wir ganz die Zeit. Mittlerweile brannte die Sonne auch schon mit voller Wucht…

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… na toll, ich hatte mir einen fiesen Sonnenbrand auf der Stirn zugezogen – und dort, bis wo mein Aussie-Hat reichte, war es käseweiß… super, jetzt hatte ich also einen tollen Streifen auf der Stirn 😉

Nach dem Frühstück bekamen wir noch Brot, Saft und Coke für unterwegs von unseren echt netten Nachbarn 🙂 und dann wollten wir eigentlich endlich auf unsere Canyon Wanderung gehen… ABER wir hatten nicht mit dem dreisten Raubüberfall auf uns bzw. unser Auto gerechnet. Hier rechts unten im Bild sehen wir einen der fiesen kleinen Diebe:

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Es war kaum zu glauben. Sie warteten in ihren Löchern bis wir entweder unaufmerksam waren oder bis wir genau sahen, was sie taten. Sie huschten dann aus ihrem Loch unter unser Auto…

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… und dann – hüpf – sprangen die Hörnchen in unseren Motorraum… es dauerte nicht lange und sie kamen mit einem großen Stück Stoff wieder heraus und huschten schnell in ihre Höhle zurück. Und wir guckten doof. So ging es den ganzen Vormittag. Gucken – huschen – hüpf – und weg. Wir fragten uns natürlich, was sie da klauten und woher sie es holten… keine Ahnung, wir fanden nichts Ungewöhnliches am Auto.

Und dann kam es noch viel dreister: Die Frechdachs-Hörnchen hatten nicht einmal mehr Angst vor uns. Als Kati die Motorhaube öffnete, saß eines der Diebeshörnchen da drin und starrte sie lange an. Es lief nicht weg, nein es guckte uns an. Wir wollten es verscheuchen und machten „sch“ und wedelten mit den Händen, aber das Hörnchen guckte nur unbeeindruckt. Und dann… ja, dann huschte es schnell nach unten, klaute vor unseren Augen einen Stoff-Fetzen und verschwand in seiner Höhle. Also sowas! Ich vermutete, dass sie irgendwas vom Isolierungsstoff mopsten, und nur unser Auto beklauten, weil wir einen brandneuen Wagen hatten, der noch überall nach süßlichem Klebstoff und so roch. Neue Kabel, mjam mjam mjam.

Gegen 11 Uhr machten wir uns nun auf den Weg zum Canyon und hielten schnell noch an unserer Campingplatz-Aufsicht an und fragten nach den Kaibabhörnchen und ihrer kriminellen Vergangenheit. Der Parkwärter meinte, dass es bisher keine Probleme gab und dass er noch nie gehört hatte, dass sich die Hörnchen an Autos vergreifen. Hm. Wir dachten uns: „Ok, dann warten wir einfach ab. Aufhalten können wir die kleinen Frechdachse nicht, also gucken wir einfach zu. Wenn das Auto einen Defekt erleidet, dann können wir ja immer noch den Werkstattdienst holen – wir sind ja versichert und befinden uns an einem bekannten Touristenort. Also no worries!“ 😉

Und dann ging es los:

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Wir nahmen eines der vielen kostenlosen Bus-Shuttle, die einen zu fast allen Orten des Grand Canyon Nationalpark bringen. Das ist eine tolle und umweltfreundliche Lösung 🙂 Wir wollten heute das South Rim erkunden, also die südliche Seite der Schlucht. Mit dem Shuttle fuhren wir zum Maricopa Point Lookout.

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Es war wieder unglaublich atemberaubend!

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Wir liefen den Abgrund entlang und waren einfach total fasziniert. Der Canyon war weit und farbig und überall lag blauer Dunst in der Luft.

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Neben den überwiegend roten Gesteinen und dem trockenen Sand, gab es hier überall Büsche und Kakteen. Und die sahen manchmal ziemlich fies aus…

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… besser nicht hineinfallen 😉

Es war sooo heiß, uff. Ab und zu gab es glücklicherweise kleine Bäumchen.

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Wir nutzten jede Gelegenheit, uns in den Schatten zu stellen – da kamen die Bäumchen natürlich genau richtig 🙂

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Und als tolles Fotomotiv dienten sie natürlich auch 🙂

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Es war so beeindruckend, wie nah man hier am Abgrund stehen konnte.

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Ich fand es sehr schön, dass hier nicht überall Geländer und Sicherheitszäune aufgestellt worden waren.

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Man fühlte sich wie in freier Natur…

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Moment! Wir waren in freier Natur 🙂

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Die Luft war trocken und rein, ab und zu wehte ein Lüftchen. Wir liefen weiter den schmalen Sandweg entlang…

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… vorbei am Hopi Point, Mohave Point und immer ganz nah entlang des Abgrunds.

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An den Haupt-Aussichtspunkten hielten überall die Shuttle-Busse, mit denen man sich bis zur Spitze (Hermits Rest) hätte fahren lassen können. Doch egal, wie heiß es war, wir waren zu fasziniert von den Ausblicken und liefen die ganzen 10 Kilometer zu Fuß. An den Shuttle-Bus-Haltestellen tummelten sich immer viele Touris und in den Bussen quetschten sich die Lauffaulen. Auf den Wanderwegen zwischendrin war man aber fast ausschließlich alleine unterwegs. So wirkte es jedenfalls, denn auf der langen Strecke verlief sich alles in der Weite… auch die wenigen Wanderer. Das war toll…

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… und idyllisch 🙂

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… weiter unten in der Schlucht flogen einige ziemlich große Raben. Und überall gab es was zu entdecken:

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Der Schatten dieses Baumes sieht doch aus, als würde da ein Vogel oder so auf dem Ast sitzen, oder?! War aber keiner da 😉 Und weiter gings durch die Natur.

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Ab und zu kam dann doch eine Absperrung. Das war auch gut so, denn…

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… beim Selbstauslöser-Foto war Kati ziemlich schnell und übermütig 😉

Wir wanderten weiter an der Kante der Schlucht entlang und plötzlich flog ein riesiger Vogel an uns vorbei! Und da war noch einer. Später konnten wir nachlesen, dass das Condore waren – wirklich beeindruckende Riesenvögel 🙂 Heute gelang uns kein Foto, aber wir werden in den nächsten Tagen noch weitere Condore sehen 🙂

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Nach knapp 3 Stunden Wanderung erreichten wir „Hermits Rest“ – jippie.

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Hier gab es einen kleinen Shop mit Souveniers, Eis und kalten Getränken, aaahhh. Im Schatten erfrischten wir uns und machten eine schöne lange Pause.

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Mit Fotos natürlich 😉

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Und schon ging es weiter, denn ein paar Hundert Meter waren es noch bis zum Ende des Wanderweges.

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Unterwegs begegnete uns dann dieser kleine Freund:

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Na, nicht gefunden? Wie wäre es auf diesem Bild:

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Und für alle, die ihre Lesebrille gerade nicht finden können, haben wir die kleine Echse noch einmal ganz nah geknipst 😉

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Der Kleine hatte sich gut getarnt, wir haben ihn aber trotzdem entlarvt, hihi.

Von Hermits Rest aus fuhren wir mit dem Shuttle-Bus zu einem anderen Ort, viel weiter östlich des Canyons. Hier gab es einen Weg, der direkt zur Spitze von einem der hervorstehenden Felsen führte. Es war toll, dass der Canyon hier rechts und links von uns war – es fühlte sich so richtig nach „mittendrin sein“ an.

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Hier der Blick zur einen Seite:

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Und zur anderen Seite:

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Und hier ein Bild der Spitze 🙂

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Nun war es schon später Nachmittag und wir warteten auf ein weiteres Shuttle.

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Natürlich immer gut gelaunt, obwohl wir schon ziemlich müde und hungrig waren.

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Aber trotzdem wollten wir noch zu anderen Punkten des Canyons fahren.

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Das Abendlicht rückte näher und der Canyon färbte sich wieder mehr ins Rot 🙂

Von einem der Lookouts konnte man dann einen der Wege nach unten in die Schlucht sehen…

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… es wäre bestimmt super spannend gewesen, unten durch die Schlucht zu wandern. Aber das sollte man nicht unterschätzen. Wir hatten mehr als 40°C und in der Schlucht ist es noch ein bisschen heißer. Alleine der Abstieg dauert mehr als eine Stunde und nach langer Wanderung muss man dann die knapp 1,5 Km auch wieder steil hinauf – es gab überall Hinweise und Warnungen, dass man eine Schluchtenwanderung sehr früh morgens beginnen und den ganzen Tag Zeit, Verpflegung und natürlich eine Menge Wasser mitbringen muss. Vor allem aber sollte man diese Schlucht nicht unterschätzen. Ziemlich oft werden Touristen in komplizierten Rettungsaktionen aus dem Canyon geholt… wir kannten Schluchten, Hitze und trockenes Gestein nur zu gut aus Australien und hatten uns daher entschieden, keine Tageswanderung durch den Canyon zu machen. Und oben über den Canyon zu wandern war auch echt schon spektakulär.

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Und jetzt kommt wieder ein Suchbild:

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Na, habt ihr das kleine Kaibabhörnchen links im Bild gefunden? An unserem letzten Lookout-Punkt bot eines der Hörnchen eine tolle Show. Zunächst raschelte es durch einen der kleinen Bäume, krallte sich eine der Nüsse und setzte sich – weit hinter die Absperrung – auf einen hervorstehenden Stein direkt am Abgrund. Hier saß das Tier in absoluter Ruhe und knusperte an seiner Nuss 🙂

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Bloß nicht die Balance verlieren, kleines Hörnchen! 🙂

Wir knipsten das letzte Bild an der Schlucht heute…

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Wir guckten und staunten und irgendwann war der Tag schon wieder fast zu Ende. Wir fuhren zum Campingplatz zurück und es gab endlich Essen: Nudeln mit… ihr wisst schon 😉

Wir waren ziemlich kaputt von unserer langen Wanderung in der Hitze. Es wurde dunkel und ich setzte mich noch ins Auto, um Tagebuch zu schreiben (hier hatten wir Licht 😉 ). Dann durchkramten wir unseren Reiseführer und überlegten, wie wir den Rückweg nach Los Angeles in ein paar Tagen gestalten wollen. Lange Fahrt nach San Diego und dann entlang der Küste… oder noch einmal durch den bunten Trubel von Vegas… oder vielleicht… wir überlegten, ob wir unsere morgige Abreise nicht auch einfach auf einen späteren Tag verschieben wollen 😉 Es gab hier einfach noch so viel zu erkunden und der Campingplatz war echt schön und der Canyon so wunderbar idyllisch.

Wir saßen dann noch eine Weile auf unserer Campingbank und starrten den imposanten Sternenhimmel an. Auch der war echt schön!

Dass wir morgen in ein Gewitter geraten und einen der schönsten Sonnenuntergänge sehen werden, wissen wir an diesem Abend noch nicht 😉 Davon dann aber nächstes Mal 😉

Liebe Grüße

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