12.06.2013

Rückblick: 31.08.2012 – Letzter Tag in San Francisco

– der Tag begann in aller Herrgottsfrühe! Steffi musste uns heute leider wieder verlassen und wollte früh starten, da sie eine lange Fahrt vor sich hatte; nett wie sie ist, brachte sie uns noch zum Airport, wo der Zeitpunkt der Verabschiedung gekommen war; Danke für die schöne gemeinsame Zeit, Steff!

– und warum waren Meli und ich nun beim Flughafen in San Francisco? nein, ein Flugzeug wollten wir hier nicht erwischen, aber unser neues Mietauto abholen 🙂 noch weit vor der verabredeten Zeit standen wir am Empfangstresen der Autovermietung; hier erfuhren wir, dass wir ein kleines City-Car ohne Servolenkung und für unsere Rücksäcke zu kleinem Kofferraum bekommen würden; hm, ob das passend für eine Wüstenfahrt vorbei an Death Valley und anschließendem Großstadtgewusel war? wir fragten, ob wir das Auto nicht schon früher bekommen und das Modell wechseln könnten; das war alles kein Problem 🙂 und so standen wir noch vor 8 Uhr vor unserem neuen Mietwagen, einem nagelneuen grauen Ford Focus! 🙂

– es ist wieder ein Automatikauto, was im fremden Land mit neuen Verkehrsregeln immer von Vorteil ist; nach den letzten Wochen mit Steffs Wagen konnten wir uns schon an die amerikanischen Verkehrszeichen und -regeln gewöhnen, bspw. fährt derjenige, der an einer Kreuzung mit einem Stop-Sign als erster hält, auch wieder als erster weiter – also nichts mit rechts vor links oder so – wer zuerst kommt, fährt auch zuerst… interessant 😉 wir waren auch sehr dankbar, dass wir Steffis Navi ausleihen durften; in den USA ohne Navi unterwegs zu sein, wäre nämlich total verrückt gewesen! die amerikanischen Großstädte überschwemmen fast in ihren Autos; es gibt zig Highways mit zig Spuren und zig Ausfahrten… hier kann man nur mit Navi durchsehen! und wir hatten nun ein Gerät für den Durchblick 😉

– ich setzte mich ans Lenkrad, stellte alle Spiegel und den Sitz richtig ein und dann konnte unsere erste eigene Fahrt auf amerikanischen Straßen auch schon los gehen 🙂 wir fuhren zu einem nahegelegenen Shopping-Center, wo man kostenlos parken und in die Innenstadt weiter mit der Bahn fahren konnte; diesen Tipp hatten wir vom Auto-Vermieter bekommen; die Fahrt dorthin war allerdings schwieriger als angegeben; das lag aber nicht am neuen Auto, sondern vielmehr an der unzureichenden Wegbeschreibung.. naja..

– jedenfalls begegneten wir während der Fahrt einem Bus; das ist natürlich nicht ungewöhnlich… vielmehr ist es witzig, dass hier die Fahrräder im Unterschied zu deutschen Busse vorne drangehängt werden; dort können bis zu 2 Räder festgeschnallt werden, was der Fahrrad-Inhaber selbst tun muss; der Busfahrer guckt dabei nur zu.. das ganze ist schon irgendwie lustig.. 😉

– nachdem wir ein wenig kreuz und quer gefahren sind, erreichten wir endlich und überglücklich das Shopping-Center, da wir grooooßen Hunger hatten; der heutige Tag begann nämlich ohne Frühstück, weil wir schlichtweg einfach nichts mehr hatten… aber in einem Einkaufszentrum gibts ja was, nicht wahr?! falsch! die Läden hatten nämlich noch alle geschlossen, weil es immer noch soooo früh war! 🙁

– es war schon ein seltsames Gefühl in einem leeren Shoppingcenter zu sein.. hatte irgendwie was von Horror-Film-Stimmung 😉 nur gut, dass es früh am Morgen und draußen schon hell war 😉

– zum Glück befand sich der Bahnhof wirklich direkt neben dem Einkaufszentrum; nachdem wir gestern die ersten Schwierigkeiten mit dem Fahrticket-Verkauf hinter uns gebracht hatten, funktionierte es heute einwandfrei 🙂 nach einer halben Stunde Bahnfahrt waren wir in der Innenstadt, genauer gesagt Kreuzung Powell-Market-Street; mittlerweile hatten es die Amerikaner geschafft, ihre Läden zu öffnen, sodass wir uns eeeendlich in einem Supermarkt etwas zu Essen besorgen konnten; wir aßen auf einer Treppe in der City und es nieselte leicht – aber was für ein schönes Gefühl, wenn man was im Magen hat! 😉

– anschließend holten wir uns Tickets für das „weltberühmte“ Cable Car; doch bis wir die Chance hatten, damit zu fahren, mussten wir uns an einer langen Schlange anstellen 🙁 wir warteten abwechselnd, damit immer einer unseren Platz verteidigen konnte und die andere einen CD-Second-Hand-Laden besuchen oder die Gegend erkunden konnte; zur Verkürzung der Wartezeit gaben Straßenkünstler mit Tanzeinlagen ihr Bestes; die Typen, die hier rumliefen, könnten wirklich aus einem Hollywood-Film ausgebrochen sein.. die anrüchige Lady, der schwarze Blues-Musiker auf der Straße, der fast vergessene Filmstar…lach.. (in Melis Video über San Francisco, das noch in der Bearbeitung ist, werden die nicht zu übersehen sein); zum Amüsement trug auch dieses Schild mit Sicherheitsvorschriften bei:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

– an dieser Stelle konnte man gut sehen, wie die Cable Cars gedreht werden; das Seil, mit dem die Wagen gezogen werden, verläuft unterirdisch; am Ende der Linie wird der Wagen auf einer Drehplatte gedreht, die von Menschenhand angeschoben wird

– schließlich waren wir in der Bahn! obwohl… so ganz stimmt das nicht! wir hingen eher draußen dran und versuchten uns krampfhaft an den Stäben festzuhalten, um nicht rauszufallen oder gar mit dem Gegenverkehr zusammen zu stoßen! Lachen geht trotzdem! 😉

– Festhalten ist wirklich richtig wichtig, wenn man mit dem Cable Car fährt, denn bekanntlich sind die Straßen in San Francisco verdammt steil! fährt man bergauf, krallt man sich fest, um nicht den Berg zurück zu fallen; fährt man bergab, krallt man sich fest, um nicht vor die Bahn zu stürzen… ein einziges Festkrallen in Schwerstarbeit war das 😉 auf dem folgenden Bild sind wir mit dem Cable Car auf der Spitze eines Hügels angekommen und von dort aus hatten wir eine tolle Sicht auf die Stadt inklusive Coit Tower, wo wir gestern waren

– also SO darf man nicht Cable Car fahren!

– in Deutschland würde sowas niemals realisiert werden, da die Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten werden können; es wundert mich nicht, dass es schon relativ viele Unfälle aufgrund der Cable Cars (vor allem, weil sie nur sehr langsam bremsen können) gibt, die jedoch nicht sehr hohe Kosten verursachen, weil die Bahn so langsam fährt

– anschließend gingen wir noch einmal zum Pier, schlenderten durch San Franciscos Straßen und kamen an ein paar beeindruckenden Bäumen vorbei:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

– dann traf ich auf einen Bären, der mir seinen spitzen Zahn in den Finger rammte! aua! böser Bär!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

– wir gingen an einer Bäckerei vorbei, durch deren Schaufenster man den Bäckern bei der Arbeit zusehen konnte; es waren sogar Mikrofone und Lautsprecher installiert, sodass man miteinander kommunizieren konnte! natürlich hatten sie auch ihre Ware ausgestellt, worunter Teddybären aus Brot gehörten 🙂

– die Backerei verfügte auch über einen kleinen Laden, wo allerlei Krimskrams verkauft wurde; darunter ein Becher, der „Kati“ heißt 😉

– da wir von unserem kleinen Frühstück und dem Schaufensterbummel wieder hungrig wurden, suchten wir uns ein kleines asiatisches Restaurant und schlugen ordentlich zu

– beim Weiterlaufen begegneten wir der Van Ness[A]-Street 😉 Meli war gleich ganz aus dem Häuschen 😉

– und natürlich trafen wir auch wieder diese lustigen Dreiräder, die mit ihren lauten Ansagen schon von Weitem zu hören waren; das waren elektrische Dreiräder für Touris, in denen laute Ansagen über Sehenswürdigkeiten der Stadt erzählt wurden; es ist eine ganz neue Art der Stadtführung, die man mit diesem Dreirad unternehmen kann, und eine sehr witzige noch dazu 🙂

– San Francisco ist eine große Stadt, die man unmöglich komplett zu Fuß ablaufen kann; also suchten wir uns einen Bus, der uns nochmal zum Palace of Fine Art bringen sollte, das uns gestern so beeindruckt hatte; aber ach, war das ein Durcheinander mit dem Bus; wir standen an einer Haltestelle, wo alle Buslinien endeten, obwohl sie laut Plan hätten weiterfahren sollen; einige Busse fielen ganz aus; es tummelten sich immer mehr Passagiere an der Haltestelle, wo aber kein Bus hielt, um die Menschen abzuholen; wir überlegten gerade, ob wir nicht doch zu Fuß gehen wollen, doch dann kam ein Bus, sammelte uns ein und brachte uns ans Ziel..

– wieder beeindruckte uns das schöne Gelände um den Palace of Fine Art

– wie liefen um den See herum und setzten uns auf eine Bank, um die Atmosphäre zu genießen

– dann gings wieder in ein Cable Car, das übrigens bereits seit 1873 läuft; damals gab es mehrere Linien, heute sind nur noch 3 aktiv; für deren Existenz musste hart gekämpft werden, da es natürlich auch elektrische Straßenbahnen in San Francisco gibt; seit 1964 sind die Cable Cars ein Nationaldenkmal der Vereinigten Saaten

– nach einer Weile war es sogar so leer, dass Meli einen der 29 Sitzplätze fand 🙂 insgesamt können 60 Passagiere in einem Wagen mitfahren… plus diejenigen, die draußen dranhängen 😉

… auf dieser Fahrt konnten wir den Bahnfahrern bei der Arbeit zusehen; auf einem Wagen fahren 2-3 Arbeiter mit, die sich mit Glocken miteinander verständigten; so hüllt das unterschiedliche Bimmeln die Stadt ein

– die Bahnbegleiter sind für die Sicherheit verantwortlich, achten darauf, dass der zu bezahlende Eintrittspreis eingehalten wurde und sie müssen natürlich den Wagen fahren bzw. bremsen 😉 als Zugbegleiter muss man schon einige Muckis haben, um die Bahn fahren zu können; deswegen gab es lange Zeit auch keine Frau, die diesen Beruf ausübte; erst 1998 konnte Fannie Mae Barnes überzeugen… der stämmige Mann hier im Bild musste eine lange Stange bewegen, ähnlich einer Handbremse im Auto, nur viel größer bzw. länger; er zog die Stange in die eine oder andere Richtung, immer, wenn das Cable Car bremsen musste – das sah ziemlich anstrengend aus…

– nach dieser Cable Car-Fahrt war unser letzter Tag in San Francisco leider vorbei 🙁

– wir fuhren wieder nach Palo Alto, wo wir unsere letzte Nacht bei Dani verbrachten, und konzentrierten uns auf die kommende Tage; unser nächstes großes Ziel hieß Las Vegas!! doch welchen Weg wollen wir nehmen? und wo wollen wir dort schlafen? nun, die Route wurde spontan entschieden und mit der Übernachtung hatten wir unglaubliches Glück: wir schauten im Internet nach billigen Campingplätzen oder Motels in Vegas; bei unserer Recherche hatten wir immer wieder gelesen, dass man in Vegas nur auf dem Strip übernachten sollte, weil alle anderen Gegenden drumherum sehr gefählich für Touris waren… hm, also kamen wir auf die Idee, zu gucken, was der Preis für eines der Hotels, die direkt auf dem Strip liegen, wäre; eigentlich war es mehr Spaß als ernsthaft.. Meli kannte das Pyramiden-Hotel mit dem Mega-Scheinwerfer auf dem Dach; daher besuchten wir die Homepage des Luxor Hotels und dann fanden wir DAS: das Hotel hätte noch ein paar Zimmer für nur $37 frei – ein Sommerhitze-Special! Siebenunddreißig!! da bezahlten wir ja schon für manchen Campingplatz mehr! wir buchten sofort; natürlich träumten wir in der kommenden Nacht von unserem Luxus-Luxor-Hotel-Zimmer, in dem wir bald schlafen werden 🙂 uuuuhh… aufregend 🙂 wie lange ist es her, dass wir in einem richtigen, großen, klimatisierten, sauberen Bett mit nebenliegender sauberen, großen, warm-/kalt-Wasser-fähigen Dusche waren?! eeeewig 🙂

– wann wir in diesen Luxus kamen, ob es überhaupt dazu kam, wie wir dort hingelangten und was uns auf dem Weg dorthin so alles passierte, DAS erzählen wir euch beim nächsten Mal 🙂

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